Mathieu Mercier
31 May12 July 2008

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Mathieu Mercier, 1972 in Conflans-Sainte-Honorine (Frankreich) geboren, ist kein Freund des Spektakels. Seine Objekte und Fotografien zeichnen sich vielmehr dadurch aus, dass sie auf subtile Weise Aspekte der westlichen Kultur des 20. Jahrhunderts reflektieren. Dazu gehört einerseits die spezifisch kunsthistorische Tradition, innerhalb derer Mercier mit Vorliebe auf die klassische Avantgarde Bezug nimmt, andererseits nimmt er breitere kulturelle Phänomene – wie den Massenkonsum oder die Fetischisierung von Waren – ins Visier. Ein genauerer Blick auf die in der Ausstellung gezeigten Werke bringt einige der Anspielungen zutage und zeigt auch, worin das Band zwischen diesen Objekten besteht, die dem Betrachter zunächst als ziemlich unterschiedlich erscheinen mögen.

Entgegen der Erwartung, die der Titel der Fotografien „100 Cars on Karl Marx-Allee“ (2004) weckt, zeigen die C-Prints keine Luftaufnahme eines stark befahrenen Boulevards. Die Oberfläche der Bilder erscheint im Gegenteil als ein ungegenständliches, abstrakt-homogenes All-over. Tatsächlich gehen die Fotografien aber durchaus von einem Gegenstand aus. Es handelt sich nämlich um Nahaufnahmen von Autokarosserien, die der Künstler auf Karl Marx-Alleen verschiedener europäischer Städte fotografiert hat. Damit stellt er dem Gedankengut des Denkers und Wegbereiters des Kommunismus, Karl Marx, eines der am meisten fetischisierten Industrieprodukte und Konsumgüter des 20. Jahrhunderts gegenüber. Die Bilder haben eine Art

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